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Wüstenschloss Qasr Mshatta in Jordanien

von Redaktion

Südlich der Hauptstadt Amman beim Internationalen Flughafen Jordaniens finden sich die Überreste des Wüstenschlosses Qasr Mshatta, das eine ganz besondere Beziehung zwischen Jordanien und Deutschland hergestellt hat. Wer im Urlaub in Arabien hier die Anlage besichtigt, der kann sich in Berlin das Puzzle fertig zusammensetzen, denn die wertvolle Fassade ist im Pergamonmuseum Berlin zu bestaunen.

Wüstenschlosses Qasr Mshatta – der geteilte Kalifenpalast

Das Wüstenschloss Qasr Mschatta zählt bis heute zu den faszinierendsten und bedeutenden frühislamischen Palästen in Arabien und damit zu einer der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten. Obwohl nie fertig gestellt, bilden die Anlage als auch das Fassadenrelief wichtige historische Belege für die ursprüngliche Bauweise aus der Zeit um 743 n. Chr. in Arabien. Kalif Walid II. hatte seinerzeit den Bau initiiert, er starb jedoch 744 n. Chr., worauf nach Archäologenmeinung wohl ein Baustopp erfolgt sei. Nach der Zerstörung durch ein Erdbeben im 9. Jahrhundert geriet die Anlage dann gänzlich in Vergessenheit. Erst 1840 wurden europäische Forscher und Orientalisten wieder auf das Wüstenschloss aufmerksam. Gegen Ende des Jahrhunderts sollte die Hedschasbahn in unmittelbarer Nähe gebaut werden, was bei den Forschern die Sorge hervorrief, die Überreste der Anlage könnten als Quelle für Baumaterialien dienen und seien somit für immer verloren. Den Bemühungen des Orientalisten Julius Euting aus Straßburg ist es zu verdanken, dass die prachtvolle Fassade der Anlage „überlebt“ hat und in Berlin einem breiten Publikum aus Forschern und interessierten Besuchern zugänglich ist. Durch seine Initiative kam es zur Schenkung der Fassade an Kaiser Wilhelm II. durch den osmanischen Sultan Abdülhamid II. Die Fassade wurde komplett in Arabien abgebaut und nach Deutschland transportiert.

Wüstenschlosses Qasr Mshatta – die Mshatta Fassade

Die eindrucksvolle Hauptfassade, die in ihrer baulichen und kunsthandwerklichen Ausführung einen unverfälschten Eindruck über die frühislamische Baukunst gibt, zeigt sich mit starken römischen, frühbyzantinischen, persischen und irakischen Einflüssen. Unzählige filigrane Ornamente und Gestaltungselemente zeichnen diese Fassade aus, die immer noch eine Vielzahl von Fragen aufwirft, wie ein solches Meisterwerk zuzuordnen ist. Mit einer Länge von über 30 Metern und einer Höhe von ca. 5 Metern bildet dieses Relikt heute im Berliner Pergamonmuseum einen wichtigen Baustein des gemeinsamen Forschungsprojektes von Jordanien und Deutschland, das sich auf die UNESCO-World-Heritage-Vereinbarung stützt. Ziel ist es, ungelöste Fragen zu beantworten, die Ruinen des Wüstenschlosses in Jordanien zu sichern und für den Tourismus noch eindrucksvoller zu gestalten. Bis heute wurden zahlreiche Erhaltungs- und Restaurierungsarbeiten durchgeführt, durch welche die Palastanlage in Jordanien zu einem weiteren Sightseeing-Highlight auf einem Urlaub in Arabien geworden ist.

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