Nazareth

Für das Christentum hat die Stadt Nazareth in Israel eine ganz besondere Bedeutung, denn hier soll Jesus aufgewachsen sein. Die Stadt liegt im Norden Israels und wird auch dem biblischen Gebiet Galiläa zugeordnet. Neben der „alten“ Stadt Nazareth findet sich die Schwesterstadt Natzerat Illit, die auch als Ober-Nazareth bezeichnet wird (Gründung 1957).

In Nazareth leben ca. 66.000 Menschen, Ober-Nazareth zählt etwa 55.000 Einwohner. Beide Städte stehen unter separater Verwaltung und sind jede für sich gesehen selbstständig. Nazareth ist für das Christentum eine der bedeutenden Wallfahrtsorte und Pilgerstätten in Israel.

Religiöse Bedeutung der Stadt Nazareth und geschichtliche Entwicklung

Für die Christen ist Nazareth laut den Evangelien die Stadt, in der Jesus Christus aufgewachsen ist und in der seine Eltern Maria und Josef vor und nach der Geburt des Erlösers lebten. Nazareth ist zudem auch die Stadt der frohen Verkündigung, denn hier soll der Erzengel Gabriel Maria die frohe Botschaft von der Geburt Jesu überbracht haben. Laut Bibelgeschichte ist Jesus in Betlehem geboren und kehrte dann mit seinen Eltern zurück nach Nazareth. Jesus wurde zu seiner Zeit auch „Der Nazarener“ genannt.

Im Alten Testament findet sich kein Hinweis auf die Stadt Nazareth. Erste Erwähnungen werden in das 3. Jahrhundert datiert, zu dieser Zeit soll sich in Nazareth eine Priesterordnung befunden haben. Archäologische Funde aus der Zeit 2000 v. Chr. belegen eine erste Besiedelung der Region. Weitere Ausgrabungen ergaben, dass sich in den verschiedenen Zeitepochen vor Christi Geburt kleinere Dörfer im heutigen Stadtgebiet von Nazareth befunden haben und auch jüdische Gräber aus der Römerzeit wurden gefunden.

Heute wird Nazareth von Christen und Muslimen bewohnt, wobei der Anteil der Muslime etwas überwiegt. Schon seit dem 7. Jahrhundert sind arabische Christen in Nazareth ansässig gewesen, davor stand das Judentum im Vordergrund. In Ober-Nazareth leben auch heute noch ausschließlich die Anhänger der jüdischen Religion.

Die Verkündigungsbasilika in Nazareth

1969 wurde die römisch-katholische Verkündigungsbasilika geweiht, die genau an der Stelle, an der laut biblischer Überlieferung das Haus von Maria und Josef stand, errichtet wurde und in dem der Erzengel Gabriel Maria die frohe Botschaft verkündete. Zuvor befand sich hier bereits eine Kreuzfahrerkirche, die aber bis auf die Grundmauern durch ein Erdbeben zerstört wurde. Die Verkündigungsbasilika ist für Pilger die erste Anlaufstelle in Nazareth. Nahe der Basilika findet sich die Josefskirche. Auch die Gabrielskirche zählt zu den religiösen Sehenswürdigkeiten.

Nazareth in der Gegenwart

Vergangenheit und Gegenwart treffen in Nazareth heute wunderbar aufeinander. Wer durch die alten Gassen schlendert, fühlt sich wie in einen der berühmten Jesus-Filme versetzt, alles wirkt authentisch und faszinierend zugleich. Mittelpunkt der Stadt ist der arabische Markt, auf dem so allerlei feilgeboten wird. Neben den bedeutenden Sehenswürdigkeiten der Bibelgeschichte findet sich in Nazareth auch eine Deutsche Kriegsgräberstätte für die Soldaten aus dem 1. Weltkrieg.