Medina

Die Stadt Medina liegt im Westen von Saudi-Arabien am Roten Meer und gilt als zweitheiligste Stadt des Islam, direkt nach Mekka, denn hier findet sich die Grabstätte des Propheten Mohammed. Wie auch in Mekka sind nur Muslime berechtigt, die Stadt Medina zu betreten. Bereits auf den Autobahnen des Landes finden sich entsprechende Hinweisschilder. Die Hauptstadt der Provinz Medina in der Al-Hijas Region erstreckt sich über 600 Quadratkilometer und zählt ca. 1,8 Millionen Einwohner.

Zum Stadtnamen von Medina

In der arabischen Welt ist die Bezeichnung Medina für den Stadtkern gebräuchlich, da Medina übersetzt Stadt bedeutet. Um eine bessere Abgrenzung zur saudi-arabischen Stadt vorzunehmen, finden sich auch die Bezeichnungen „Al-Madinh al munawwara: Die erleuchtete Stadt“ oder „Madinat an-Nabi: Stadt des Propheten“. In früherer Zeit hieß die Stadt Yathrib.

Geschichtliche Entwicklung von Medina

Geschichtlich ist Medina aus der Siedlung Yathrib hervorgegangen, die um 70 n. Chr. von arabisch-jüdischen Stämmen bevölkert wurde. In der Zeit um 500 n. Chr. hatten die jüdischen Herrscher das Zepter in der Hand, was besonders  daran lag, dass es unter den nichtjüdischen arabischen Stämmen permanent zu Auseinandersetzungen kam. Der Prophet Mohammed hat zu seiner Zeit in Medina auch als bedeutender Schlichter zwischen den zerstrittenen Parteien agiert. Bis 1924 (Übernahme der Stadt durch Saudi-Arabien) war Medina dem osmanischen Reich zugeordnet.

Bedeutung der Stadt für den Islam

Nach Mekka gilt Medina als wichtigste Pilgerstätte und Wallfahrtsort für Muslime und das hat seinen besonderen Grund. In dieser Stadt lebte und starb der Prophet Mohammed, seine Grabstätte befindet sich in der Prophetenmoschee „Al-Masjid an-Nabawi“, die auch als Prophetendom bzw. Grüner Dom bekannt ist. Das Bauwerk integriert das Wohnhaus des Propheten und die im Jahre 623 von ihm selbst errichtete Moschee. Für den Islam stellt die Prophetenmoschee daher die zweitheiligste Moschee dar. Mit der „Masjid Quba“ findet sich in der Stadt Medina zudem die erste erbaute Moschee des Islam.  

Im Jahre 622 verließ der Prophet Mohammed Mekka und kam in die Stadt Al-Madinah, in der er herzlich aufgenommen wurde. Er setzte die Verfassung für Medina auf und entwickelte sich zum religiösen und politischen Führer. Die Stadt Al-Medinah gilt als erste Hauptstadt des Islam. Hier bildete sich die erste islamische Gemeinschaft, der Koran wurde in dieser Stadt zusammengestellt und von dort erfolgte die Verbreitung der islamischen Religion in alle Welt. Im Jahr 630 wurde Mekka zur Hauptstadt des Islam erklärt.  

Auf ihrem Weg nehmen die muslimischen Pilger und Wallfahrer große Entfernungen auf sich, denn wer nach Mekka reist, der begibt sich anschließend in die 450 km entfernte Stadt Medina.