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Die Mosaikenstadt Madaba

von Redaktion

Wer seinen Urlaub in Arabien verbringt und in Jordanien auf Entdeckungsreise geht, der sollte Madaba in seine Sightseeingtour einbeziehen. Die Stadt der Mosaike, unweit der jordanischen Hauptstadt Amman, wartet mit einem Highlight, das so in seiner Art einzig ist: die berühmte Mosaikkarte des alten Jerusalems.

Mosaikkunst in Madaba

Auch, wenn das kleine Städtchen Madaba auf den ersten Blick unscheinbar wirkt, so ist hier doch die große Mosaikkunst in der jordanischen Welt zu finden. Die meisten der historischen Mosaike stammen aus der Zeit zwischen dem 5. bis 7. Jahrhundert und verteilen sich auf zahlreiche Kirchen sowie private Anwesen.

Eines der Mosaike in MadabaÖffentlich zugänglich sind z.B. die Mosaiken im archäologischen Museum der Stadt, dem ein großer Park angegliedert ist. Besonders die Mosaiken aus der byzantinischen Zeit können hier bestaunt werden, darunter fantastische Arbeiten aus der Kirche der Jungfrau Maria oder der ehemaligen Hippolytus-Halle. Filigrane, detailgetreue Mosaiken zeigen Abbildungen aus dem Alltag der Menschen, erzählen Geschichten aus der Mythologie im arabischen Land oder bilden die Fauna und Flora in ihrer Farbenpracht ab. Madaba hält das Mosaikhandwerk seit jeher aufrecht und so findet sich in der Stadt auch eine Mosaikschule, in der die Mosaikkunst von der Pieke auf gelernt werden kann und das nach altem Vorbild. Die Schule ist zugleich ein wichtiger Zuträger für die Restaurierung der antiken Mosaiken.

Das Heilige Land auf einer eindrucksvollen Mosaikkarte

Highlight und ein Relikt von unschätzbarem, historischem Wert ist die Mosaiklandkarte, die sich auf dem Boden der St. Georgskirche befindet. Die aus ca. zwei Millionen Steinchen zusammengesetzte Landkarte zeigt in sehr bildhafter Darstellung Jerusalem und das Heilige Land. Die Karte wurde im 6. Jahrhundert n. Chr. angelegt und gilt daher als älteste kartografische Abbildung Jerusalems. Die Entdeckung der Mosaikkarte geht auf das Jahr 1894 zurück, als die St. Georgskirche erbaut wurde. Anhand der Karte ließ sich auch die alte Kirche aus byzantinischer Zeit namentlich als Nea-Kirche zuordnen. Mit Hilfe der deutschen Volkswagen Stiftung sowie dem Rheinischen Landesmuseum Trier konnte das Mosaik restauriert und in weiten Teilen erhalten werden.

Die Karte zeigt das Gebiet, das sich von Libanon bis nach Ägypten sowie vom Mittelmeer bis zur Wüste im Osten erstreckt. Besonders deutlich erkennbar sind das Nildelta sowie das Tote Meer, wobei die grafischen Elemente einen hohen Stellenwert einnehmen. Tiere, Fische, Boote, Wälder, Palmen, Meer erzählen biblische Begebenheiten, weshalb die Mosaikkarte auch als Pilgerkarte für das Heilige Land angesehen wird. Über 100 Städte finden sich mit namentlicher Kennzeichnung, auch Erläuterungen zur Landschaft sind in griechischer Sprache vorhanden. Mittelpunkt der Mosaikkarte von Madaba ist die Stadt Jerusalem mit bedeutenden Bauwerken wie dem Damaskustor und der Grabeskirche sowie der Altstadt.

Das geografische Bodenmosaik stellt für Wissenschaft und Forschung einen wichtigen Wegweiser dar, denn dadurch konnten in der Vergangenheit immer wieder biblische Stätten sowie Städte ausfindig gemacht werden. Aufwendig angefertigte Kopien der Mosaikkarte befinden sich als Sehenswürdigkeit im Archäologischen Institut Göttingen sowie im Akademischen Kunstmuseum Bonn.

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