Die Geschichte Arabiens: Macht, Herrscher und Religion

Überlieferungen aus der arabischen Welt und Aufzeichnungen der Römer und Griechen dienten lange Zeit als Anhaltspunkte für die arabische Geschichte. Der reiche Schatz an archäologischen Ausgrabungen in Arabien brachte viele Puzzleteile zusammen. So wurden zum Beispiel Erkenntnisse über die erste Besiedelung der Arabischen Halbinsel aus alten Steingeräten abgeleitet. Bereits vor über einer Million Jahren ließen sich Menschen hier nieder und breiteten sich vom Norden Afrikas über die Halbinsel Sinai bis zum Meeresarm des Bab al Mandab aus. Eine Ausdehnung erfolgte über die Südküste bis nach Mittel- und Ostasien. Die intensive Erforschung der arabischen Geschichte begann im 18. Jahrhundert mit dem deutschen Forscher Carsten Niebuhr und seiner ersten Reise in den Jemen 1763.

Geschichte Arabien - politische Entwicklung

Petra - Felsenstadt in JordanienBis zum 3. Jh. n. Chr. bestand das Königreich der Sabäer im Süden der Arabischen Halbinsel. Es folgte das Reich der Himjaren, deren Herrschaft bis in das 6. Jh. n. Chr. andauerte. Im Norden regierten die Nabatäer von der Hauptstadt Petra aus. Mehr als ein Jahrhundert sollte vergehen, bevor ein Teil des Nordens nach der Eroberung durch den Feldherrn Trajan zur römischen Provinz Arabia erklärt wurde (106 n. Chr.). Geprägt durch den Propheten Mohammed (570-632), als Begründer der islamischen Religion in Arabien, bildete die Stadt Medina (in Saudi-Arabien) von 632 bis 661 das politische Zentrum für einen vereinigten islamischen Staat unter Kalifenherrschaft. Das Kalifat wurde erst nach Damaskus und später nach Bagdad verlegt, Arabien erhielt den Status einer Provinz. Die Herrschaftsverhältnisse änderten sich ab dem 10. Jahrhundert kontinuierlich durch den Einfall der Mongolen und Portugiesen, aus der Provinz bildeten sich zahlreiche Kleinstaaten. Im 16. Jahrhundert beherrschten die Osmanen einen Großteil der Arabischen Halbinsel.

Arabien: Islam und soziokulturelle Geschichte

Mekka - wichtigste Pilgerstätte des IslamsInformationen über das Leben der Menschen und die wirtschaftlichen Verhältnisse finden sich besonders aus dem vorislamischen Arabien, dessen Zeitrechnung vor dem Propheten Mohammed liegt, der 570 in Mekka geboren wurde. Aus religiöser Sicht wird die vorislamische Zeit auch als Zeit der Unwissenheit bezeichnet.

Die Landschaft wurde von Wüste, Halbwüste und Steppe bestimmt, Wasser war knapp, Heuschrecken plagten die Menschen, die als Beduinen, Nomaden oder Bauern lebten und auch als Sklaven gehandelt wurden. Familienstämme oder auch Clans bildeten durch ihr Oberhaupt, den Scheich, die Herrschaft über die Bevölkerung. In Arabien entstanden Stadtstaaten, die von Kaufleuten und Handwerkern begründet wurden, außerhalb der Stadt waren die Beduinen in größerer Anzahl von ca. 600 Menschen in dorfähnlichen Gemeinschaften ansässig. Die karge Vegetation ließ schon damals keine großen Sprünge zu, die Menschen waren auf den Handel angewiesen, für den sie in Karawanen außer Landes zogen. Mekka galt als Handelzentrum.